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Neuseeland
ist das Traumland schlechthin für die meisten Deutschen, die
sich für ferne Länder begeistern:
Klimatisch
ist das Land für Mitteleuropäer sehr angenehm, landschaftlich
vielfältig, die Menschen dort gelten als freundlich und weltoffen
und das Land ist politisch sehr stabil.
Von der Fläche
her ist Neuseeland etwa dreiviertel so gross, wie Deutschland, hat
aber nur ein Zwanzigstel der Einwohnerzahl, nur gut 4 Millionen!
Die Hauptstadt Wellington (ganz im Süden der Nordinsel
gelegen und dadurch sehr zentral in Bezug auf das ganze Land) hat
weniger als 200.000 Einwohner, zu denen allerdings noch mal so viele
im unmittelnbaren Einzugsbereich der Stadt kommen.
Erheblich grösser
als die Hauptstadt Wellington ist Auckland - ebenfalls auf
der Nordinsel gelegen. Etwa jeder Dritte Neuseeländer lebt
im Ballungsraum von auckland (ca. 1,3 Mio
Einwohner). Und das bedeutet: Das übrige Land ist ziemlich
leer.
Bevölkerung,
Sprache und Religion:
Ca. 70% der Einwohner sind europäischer Abstammung, etwa jeder
siebte Neuseeländer ist Maori. Die beiden Amtssprachen
sind Englisch und Maori.
Die Maoris sind
vor etwa 700 Jahren aus der Inselwelt Polynesiens eingewandert und
gelten als die Ureinwohner Neuseelands.
Etwas mehr als
die Hälfte der Gesamtbevölkerung gehört einer christlichen
Kirche an, überraschend viele - etwa jeder Dritte - sind konfessionslos.
Auch die daraus resultierende religiöse Toleranz macht das
Land attraktiv - jeder kann "nach seiner Facon selig werden".
Landschaft:
Landschaftlich ist Neuseeland von unglaublicher Vielfalt: Neuseeland
besteht aus zwei Hauptinseln (Nord- und Südinsel), die durch eine
gut 20 Kilometer breite Meerenge getrennt sind, und mehr als 700
kleineren Inseln.
Man sollte die
Entfernungen auf den Inseln nicht unterschätzen: Zwar sind
beide Hauptinseln nicht sehr breit (im Schnitt etwa 200 bis 300
Kilometer), aber in der Nord-Süd-Ausdehnung kommt man auf gut
1600 Kilometer (also etwa so weit, wie von Hamburg nach Mallorca).
Diese grosse
Nord-Süd-Ausdehnung und die Geländestruktur - der höchste
Berg, der Mount Cook, bringt es auf immerhin gut 3700 m - sind die
Hauptursachen dafür, dass es hier ganz verschiedene klimatische
Bedingungen gibt und damit auch eine grosse Vielfalt in Landschaft,
Flora und Fauna. Sie finden Steppen und subtropische Vegetation,
alpine Bereiche und weitläufige Strände fast nebeneinander.
An keinem anderen Ort der Erde liegen Regenwald und Eis so nahe
beieinander: Der Franz-Josef-Gletscher fliesst geradezu in den Regenwald!
Das alles hat
in Verbindung mit der isolierten Lage der Inseln zu einer aussergewöhnlichen
Flora und Fauna geführt: Der allergrösste Teil der Pflanzen
ist endemisch, kommt also nur hier auf Neuseeland vor. Besonders
beeindruckend sind sicherlich die bis zu 10 m hohen Baumfarne.
Dieses Bild rechts zeigt einen solchen Baumfarn (das ist nicht etwa
eine Palme!); im Hintergrund ist der Taranaki (früher: Mount
Egmont) zu sehen, ein ausserordentlich schöner und gleichmässiger
Vulkankegel.
Wohl noch beeindruckender
ist die Tierwelt: Kiwi und Kakapo, Takahe und Whale-Watching sind
nur einige Namen bzw. Begriffe, die faunistisch interessierte Reisende
aufhorchen lassen.
Der Grund für
die aussergewöhnliche Flora und Fauna des Landes ist in der
schon lange fehlenden Verbindung zu den grossen Landmassen Afrikas
oder Asiens zu suchen: Seit etwa 80 Millionen Jahren - in anderen
Teilen der Welt lebten Dinosaurier und menschenähnliche Wesen
entwickelten sich erst viele Jahrmillionen später - gibt es
keine Landverbindung mehr zu anderen Teilen der Welt. Das Fehlen
von Raubtieren gab Entwicklungen eine Chance, die sonst unmöglich
gewesen wären: Der flugunfähige, etwa hühnergrosse
Kiwi, der den Tag in Erdlöchern verbringt und erst nachts
aktiv wird oder der Moa, ein erst von den Maori ausgerotteter
wehrloser Riesenvogel von bis zu 4 m Höhe sind schon skurrile
Launen der Natur. Auch Pinguine, die im Regenwald (!) leben, gibt
es sonst nirgendwo auf der Welt (Dickschnabelpinguin, wiss: Eudyptes
pachyrhynchus)
Für den
Touristen ist vielleicht besonders interessant, dass Neuseeland
eines der wenigen Länder ist, in denen keine Schlangen vorkommen
(mit Ausnahme von wasserbewohnenden Schlangen, die aber für
den Reisenden eigentlich keine Rolle spielen).
Neuseeland liegt
südlich des Äquators, die Jahreszeiten sind also umgekehrt
zu unseren.
Die klimatischen
und landschaftlichen Bedingungen bringen ein interessantes Freizeitangebot
mit sich: Jede Art von Wassersport - gerne auch von der etwas
"härteren Art" - ist angesagt. Für Trekking-Touren
scheint das Land wie gemacht. Erfahrene Kletterer können hoch
hinaus, aber auch tief hinab, denn im "Land der weissen Wolke"
gibt es zahlreiche Höhlen. Auch Abenteuer-Tourismus
wie Wildwasser-Rafting erfreut sich in Neuseeland immer größerer
Beliebtheit.
Einige Informationen
für Reisende:
Bei der touristischen
Einreise aus Deutschland ist kein Visum nötig; es reicht ein
(noch über den Aufenthalt hinaus) gültiger Reisepass.
Mit dem Personalausweis geht's allerdings nicht. Ausserdem müssen
Sie ein Rück- oder Weiterflugticket vorlegen und ausreichende finanzielle
Mittel für die Bestreitung des Aufenthaltes nachweisen (als ein
solcher Nachweis gilt auch eine Kostenübernahmeerklärung einer Person
mit festem Wohnsitz in Neuseeland - Kontakte nach Neuseeland können
also hilfreich für eine problemlose Einreise sein).
Zum Führen eines
Kraftfahrzeugs in Neuseeland reicht Ihr deutscher bzw. EU-Führerschein,
Sie müssen allerdings zusätzlich eine beglaubigte englische
Übersetzung bei sich führen.
Neuseeland ist
grundsätzlich ein sicheres Reiseland - dass aber auch hier Diebstähle
etc. vorkommen, bedarf wohl kaum einer Erwähnung.
Zum Schutz von
Flora und Fauna in Neuseeland gelten übrigens relativ strenge
Bestimmungen bezüglich der Einfuhr von bestimmten Lebensmitteln
u.a. Produkten, nicht zuletzt auch Medikamenten. Insbesondere Rucksacktouristen
sollten sich da vorher sehr genau erkundigen.
Die Gesundheitsfürsorge
in Neuseeland ist gut. Impfungen sind unseres Wissens nicht vorgeschrieben.
Es empfiehlt sich aber eine Impfung gegen Hepatitis A und B.
Letztlich ist
Neuseeland auch ein interessantes Einwanderungsland.
Nicht wenige Deutsche sind recht erfolgreich, z.B. im Sektor des
Öko-Tourismus
und der nachhaltigen und ökologisch orientierten Landwirtschaft.
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